Christina Walker, Verteidigung eines Gartens
20718
post-template-default,single,single-post,postid-20718,single-format-standard,bridge-core-2.8.9,ajax_fade,page_not_loaded,,qode_grid_1200,transparent_content,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-27.3,qode-theme-bridge,qode_header_in_grid,wpb-js-composer js-comp-ver-6.7.0,vc_responsive

Christina Walker, Verteidigung eines Gartens

Christina Walker, Verteidigung eines Gartens

Christine Hartmann liest „Verteidigung eines Gartens“ von Christina Walker

 

Die Schrebergartenanlage Neu Amerika soll einem Bauprojekt weichen, der städtische Beschluss scheint jedoch in einer amtlichen Schublade vor sich hin zu warten. Nahezu alle Parzellen sind bereits verlassen, bis auf drei. Marianne, mittellos nach dem Tod ihres Ehemannes, zieht in ihre Schrebergartenhütte. Didi findet Sicherheit vor dem Freund ihrer Mutter in der Datscha der verstorbenen Großmutter. Auch Richard, der vom Verkauf antiquarischer Bücher und illegal gefangender Fische prekär lebt, bleibt wie schon immer. Herr Gregor, der Obmann des  Gartenvereins, sieht über illegales Dauerwohnen hinweg und hofft auf die Langsamkeit von Behörden, sodass noch ein Jahr länger die Tomaten reifen und Rosen blühen können.

Beziehungen zwischen den Protagonist*innen und ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Phänomenen unserer kapitalistisch patriachalen Gesellschaft entfalten sich im Roman stetig und leise. Jahreszeitliche Veränderungen von Wetter, Pflanzen und Tieren verdeutlichen die feinen Unterströmungen in den Beziehungen und lesen sich als metaphorische Bebilderung von Zusammenhalt und Bedingtheit. Große Themen werden im Kleinen sichtbar und unaufgeregt abgehandelt. Marianne, Didi und Herr Gregor stützen sich auf Freundlichkeit, Solidarität und haben den Mut, Einschränkungen unverzagt entgegen zu treten. Entwicklung bleibt verhalten, jedoch unaufhaltsam.

Christina Walker schaut genau hin und beschreibt präzise, in Leichtigkeit und unaufgeregt. Die Lektüre der Verteidigung eines Gartens erinnert mich – vielleicht uns – daran, dass Solidarität, Freundlichkeit und Mut Grundpfeiler des Zusammenlebens sind und macht damit hoffnungsfroh.

Große Leseempfehlung!

Christina Walker: Verteidigung eines Gartens
September 2026
Residenz Verlag, 296 Seiten
ISBN 9783701718283

Die auf dieser Webseite veröffentlichten Rezensionen geben ausschließlich die Meinung der jeweiligen Verfasserin bzw. des Verfassers wieder. Für Inhalt, Richtigkeit und Vollständigkeit der Beiträge sind allein die Rezensentinnen und Rezensenten verantwortlich. Literatur Vorarlberg übernimmt keine Haftung für die Inhalte der Rezensionen.